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Zwischen Wohnung und Arbeitsplatz

Schriftenreihe Verkehrssicherheit 5

Zwischen Wohnung und Arbeitsplatz
Zentrale Erkenntnis der vorliegenden Untersuchung ist, dass die Verkehrsteilnehmer im (Berufs-)Verkehr ein Doppelleben führen. Es ist psychologisch unmöglich, sich nur auf den Verkehr zu konzentrieren. Vielmehr werden bei der Bewältigung der Wege vielfältige Nebentätigkeiten betrieben, die dazu dienen, seelische Übergänge und Spannungen zu bewältigen. Fatalerweise sind es gerade diese notwendigen und hilfreichen Übergangsformen, die in ihrer Extremisierung zum Unfallrisiko werden.

Diese Störungen und Verkehrungen der aktuellen Übergangsverfassungen sollten stärker in den Fokus zukünftiger Maßnahmen gerückt werden.

Darüber hinaus zeigen die Informationswünsche der Befragten, dass sich das Bewegen im Verkehr zwar immer selbstverständlicher, jedoch auch immer anspruchsvoller gestaltet. Die Verkehrsregeln sind weitestgehend bekannt. Ganz oben auf der Liste der Informationswünsche stehen ,Psychothemen' wie Umgang mit Stress und Aggression. Man ist auf der Suche, wie man mit den täglichen Belastungen und Nöten umgehen kann und sucht hierfür nach Unterstützung.



Übersicht Unfallgefahren und gewünschte Themenkomplexe

  1. Erregtes Agieren
    Themen: Umgang mit Aggressionen (den eigenen und denen anderer Verkehrsteilnehmer). Wie entwickle ich einen gelassenen Fahrstil?
  2. Hektischer Aktionismus
    Themen: Stress abbauen, Nebentätigkeiten nicht übertreiben.
  3. Tausendfüßler-Effekt
    Themen: Besonders Fahranfänger suchen nach Regeln, die zur Orientierung und Entlastung beitragen.
  4. Routinierte Überdistanz
    Themen: Gefahren der Routine.
  5. Sorglose Neugier
    Themen: Gesucht wird nach Möglichkeiten, die attraktiven Seiten der bunten Vielfalt des Verkehrs zu kanalisieren.
  6. Schwungvolles Entgleiten
    Themen: Es fehlt an Aufmerksamkeit und Rücksicht auf andere. Erinnerung an die Tatsache, dass man Teil eines riesigen Ganzen ist.

Zur Wirksamkeit der Maßnahmen trägt neben der richtigen Themenauswahl in hohem Maße auch die Gestaltung der Maßnahmen bei. Aus diesem Grund wurden sechs Anforderungsdimensionen entwickelt, mit deren Hilfe die Eignung von Maßnahmen überprüft werden kann.

Checkliste der Anforderungsdimensionen

  1. Trost und Verständnis zeigen
    Wird Verständnis für die Lebenswirklichkeit des Verkehrsteilnehmers gezeigt?
  2. Auseinandersetzung erzeugen
    Bringt die Maßnahme einen Auseinandersetzungsprozess, in dem etwas erarbeitet werden kann?
  3. Dramatisierung von Verkehrungspunkten
    Findet eine dramatische Verwicklung statt?
  4. Handlungs-Alternativen anbieten
    Wird nur ,Bange gemacht' oder werden auch Handlungs-Alternativen aufgezeigt?
  5. Nachvollziehbare Regelbenennung
    Werden Regeln einfach nur gesetzt oder werden sie in ihrer Notwendigkeit kommuniziert?
  6. Anreize schaffen
    Werden die Rezipienten ,angemacht' und schafft die Maßnahme eine sinnliche Bereicherung?

Unterschiedliche Mediengattungen unterliegen eigenen Gesetzmäßigkeiten und ,natürlichen Grenzen'. In einem gesonderten Kapitel wurde deshalb auf die Chancen / besonderen Stärken und die Grenzen der jeweiligen Mediengattungen eingegangen. Bei der Wahl einer Mediengattung sollte neben dieser auch der allgemeine Wirkungsradius und die Wirkungsintensität als Faktoren berücksichtigt werden.

Ranking der untersuchten Medien nach Wirkungsradius

Die Wirkungs-Effizienz / Intensität der Medien ergibt sich nicht nur aus dem Medium selbst, sondern auch aus einem Zusammenspiel der Medien.

Eine besonders intensive Wirkung der Medien kann erzielt werden durch Einbettung in umfassende Werbeaktionen, die sowohl simultan (Plakate/ Radio) als auch sukzessiv (Faltblatt) dasselbe Thema behandeln.

ISSN (Print)    2626-9287
ISSN (Online)  2626-9295