Menu Suche
 

Ausgeruhte Lkw-Fahrende sind sicherer unterwegs

DVR ruft mit DGSM zu erholsamen Schlaf auf

20. Juni 2018 –

Müdigkeit am Steuer kann einen Sekundenschlaf zur Folge haben und Menschenleben gefährden. Anlässlich des heutigen „Aktionstages erholsamer Schlaf“ macht  der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) gemeinsam mit seinem Kooperationspartner, der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), deshalb auf die Kampagne „Vorsicht Sekundenschlaf!“ und die Gefahr von Müdigkeit am Steuer aufmerksam.

Lkw-Fahrende sind besonders gefährdet

Müdigkeit am Steuer kann jeden treffen. Lkw-Fahrende stellen jedoch eine besondere Risikogruppe dar: Sie sitzen lange hinter dem Lenkrad, legen häufig monotone Strecken zurück, haben oft unregelmäßige Schlafzeiten und sind teils auch mitten in der Nacht unterwegs. Eine persönliche Befragung (2017) von über 350 Lkw-Fahrenden im Auftrag des DVR und der DGSM zeigt: Fast jeder Dritte wünscht sich von seinem Arbeitgeber durch die Routenplanung und Rampenvorgaben, weniger unter Druck gesetzt zu werden (36 Prozent). Die Lkw-Fahrenden können die Routenplanung von den Transportunternehmen und die Rampenvorgaben vom Verlader oft wegen beispielweise Staus durch Baustellen oder Unfälle nicht einhalten. Ein weiteres Ergebnis der Befragung: Fast jeder Dritte wünscht sich von seinem Arbeitgeber, auch außerhalb der gesetzlichen Ruhezeiten bei akuter Müdigkeit eine Pause machen zu dürfen (34 Prozent).

Tipps für Lkw-Fahrer, um wach zu bleiben

Akute Müdigkeit lässt sich nicht kompensieren

Quelle: DVR
Quelle: DVR

75 Prozent der Befragten machen bereits eine Pause, wenn sie müde sind. Trotzdem unterschätzen viele die Gefahr von Müdigkeit hinter dem Steuer: 85 Prozent der Befragten glauben, den Einschlafzeitpunkt am Steuer vorhersehen zu können. Doch weder durch Erfahrung noch durch Willenskraft lässt sich akute Müdigkeit beim Fahren kompensieren. „Nehmen Sie Müdigkeit nicht auf die leichte Schulter, zu Ihrem eigenen Schutz und dem anderer Verkehrsteilnehmender“, warnt Anna-Sophie Börries, Projektleiterin der Kampagne beim DVR.

Ausreichend Schlaf ist besonders wichtig

Lkw-Fahrende sollten insbesondere vor längeren Touren versuchen, genügend zu schlafen. „Ausreichend Schlaf ist das A und O und wichtig für eine sichere Teilnahme am verkehr“, erklärt Dr. Hans-Günter Weeß, Vorstandsmitglied der DGSM. Lkw-Fahrende dürfen laut der gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten maximal neunStunden täglich fahren und müssen spätestens nach viereinhalb Stunden ruhen. Wer diese Pause richtig nutzt, kann die Wahrscheinlichkeit am Steuer müde zu werden, reduzieren: Für eine erholsame Pause entweder durch Bewegung den Kreislauf auf Trab bringen oder durch einen Kurzschlaf von zehn bis 20 Minuten wieder neue Leistungsfähigkeit schöpfen. „Stellen Sie sich dazu einen Wecker, lehnen Sie sich zurück, schließen Sie die Augen und kommen Sie langsam zur Ruhe“, so Börries. Wer möchte, kann vor dem Kurzschlaf noch einen Kaffee trinken. Das darin enthaltene Koffein wirkt erst nach 30 Minuten, hindert daher nicht beim Einschlafen, erleichtert aber das Wachwerden und verstärkt so den Erfrischungseffekt.

Mehr Informationen zu Müdigkeit am Steuer

Über die Umfrage: Befragt wurden im Juni 2017 insgesamt 353 Fahrerinnen und Fahrer über 18 Jahren von Lkw über 3,5 Tonnen. 27 Prozent der Befragten waren unter 40 Jahren, 33 Prozent zwischen 40 und 50 Jahre und 40 Prozent über 50 Jahre alt.