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Wissenschaft

 

Erste europäische Leitlinie zu Diabetes und Straßenverkehr
 

Fast alle der mehr als sechs Millionen an Diabetes Erkrankten können am Straßenverkehr teilnehmen, sowohl im Privat-Pkw als auch beruflich als Fahrer oder Fahrerin eines Busses, Lastwagens oder Taxis. Das ist die zentrale Aussage der Leitlinie „Diabetes und Straßenverkehr“, die erstmals in Europa auf wissenschaftlich fundierter Grundlage die Fahrtauglichkeit bei Diabetes bewertet.

Fahruntüchtigkeit kann vor allem bei wiederholten schweren Unterzuckerungen gegeben sein, wie Fachleute der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) anlässlich der Vorstellung der neuen Leitlinie erklärten.

Bislang gab es keine anerkannten medizinisch- wissenschaftlichen Grundsätze zur Bewertung der Fahreignung bei Diabetes. „Damit bestand eine erhebliche haftungsrechtliche Grauzone für Ärzte und Behandlungspersonal“, erläutert Rechtsanwalt Oliver Ebert, Koordinator und Mitautor der Leitlinie, zugleich Vorsitzender des Ausschusses Soziales der DDG.

So wurde häufig die Meinung vertreten, insulinpflichtige Personen könnten nicht mehr als Berufskraftfahrende tätig sein oder ein hoher Langzeitblutzuckerwert stelle einen Grund zur Verweigerung des Führerscheins dar. Dies trifft laut DDG nicht zu, wie die Leitlinie belege. „Nach allen verfügbaren Untersuchungen ist die Unfallhäufigkeit bei Menschen mit Diabetes nur unwesentlich erhöht“, berichtet DDG-Experte Professor Dr. Reinhard Holl, Epidemiologe der Universität Ulm und ebenfalls Koordinator und Mitautor der Leitlinie.

Die Leitlinie „Diabetes und Straßenverkehr“ wurde auf Initiative der DDG mit anderen Fachgesellschaften und Verbänden erstellt. Sie gilt bis zum 30. November 2022 und ist im Internet unter https://tinyurl.com/y8uefqqx veröffentlicht.

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