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Europa

 

Sicherheit für Kinder erhöhen

ETSC präsentiert Zahlen für die EU

Von Jacqueline Lacroix

Im Jahr 2016 starben in der EU insgesamt 630 Kinder durch Straßenverkehrsunfälle, das sind 2,4 Prozent aller Getöteten im Straßenverkehr. Zwischen 2006 und 2016 ging die Anzahl der getöteten Kinder EU-weit um 7,3 Prozent zurück, in Deutschland waren es im selben Zeitraum 6,2 Prozent. Der durchschnittliche Rückgang der Anzahl getöteter Kinder bis 15 Jahren war in der letzten Dekade größer als der in allen anderen Altersklassen.

Auch hinsichtlich der verletzten Kinder ist die Entwicklung positiv, sie stellten 2016 sechs Prozent aller Verletzten im Straßenverkehr. Als Bevölkerungsgruppe haben sie einen Anteil von 16 Prozent.

Trotzdem genießen nicht alle Kinder in der EU das gleiche Sicherheitsniveau: Länder mit Verkehrssicherheitstradition und einer Programmatik wie Schweden, Großbritannien und Deutschland weisen niedrigere prozentuale Anteile an Getöteten und Verletzten dieser Altersgruppe auf. Im Gegensatz dazu gibt es Staaten ohne integrierte Verkehrssicherheitsarbeit wie zum Beispiel Rumänien. Dort ist die Getötetenrate von Kindern durch Straßenverkehrsunfälle siebenmal so hoch wie in Schweden.

Der Europäische Verkehrssicherheitsrat (ETSC) zeigt in seinem kürzlich veröffentlichten PIN Flash 34 „Reducing child deaths on European roads“ auf, dass trotz dieser positiven Entwicklung die Verbesserungspotenziale bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind. Ein Drittel aller Kinder kommen zu Fuß im Straßenverkehr ums Leben, meist weil sie von einem Fahrzeug erfasst werden. Auch auf dem Fahrrad sind Kinder gefährdet. Diese Unfälle mit schwersten Folgen könnten durch verbesserte Technologien in den Fahrzeugen wie beispielsweise Intelligent Speed Adaptation ISA (intelligente Geschwindigkeitsassistenz), Notbremsassistenten sowie einer verbesserten direkten Sicht vermieden werden.

Der Schutz der Kinder im Pkw obliegt den Erwachsenen. Oft werden Kinder jedoch gar nicht oder falsch im Pkw gesichert. Dies trägt dazu bei, dass fast die Hälfte aller getöteten Kinder Fahrzeuginsassen waren. Die Datensammlung zum „Misuse“, also der falschen Nutzung von Rückhaltesystemen, wird in den Mitgliedstaaten der EU jedoch nicht systematisch erhoben. Daher kann die Dimension des „Misuse“ nur geschätzt werden.

Der Pin Flash kann unter https://etsc.eu/reducing-child-deaths-on-european-roads-pin-flash-34/ heruntergeladen werden.

Die Autorin ist Leiterin der Referate Europa und Verkehrsmedizin beim DVR.
jlacroix@dvr.de

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