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Editorial

 

Große Koalition bekennt sich zur Vision Zero
 

In ihrem Koalitionsvertrag haben sich CDU/ CSU und SPD klar zur Vision Zero und dem Ziel bekannt, mit konkreten Maßnahmen die Zahl der Verkehrsopfer auf null zu senken. Dazu zählt unter anderem die Kontrolldichte zu erhöhen, den rechtssicheren Einsatz von Alco-Interlocks zu ermöglichen oder den Bußgeldkatalog zu überprüfen. Auch die Chancen digitaler Innovationen wie automatisiertes und vernetztes Fahren sollen verstärkt genutzt werden. Ein guter Ansatz, denn Fahrerassistenzsysteme verhindern nachweislich Unfälle und senken das Risiko, im Straßenverkehr verletzt oder gar getötet zu werden. Dass Notbrems- oder Abbiegeassistenten für Lkw und Busse jetzt verbindlich vorgeschrieben werden sollen und eine Nachrüstpflicht für Lkw-Abstandswarnsysteme zumindest geprüft werden soll, ist ein richtiges Signal.

Der DVR fordert bereits seit Jahren die Umsetzung der genannten Maßnahmen. Jetzt gilt es, den guten Worten auch Taten folgen zu lassen. Eine absolute Notwendigkeit angesichts der 3.186 Todesopfer und über 390.000 Verletzten im Straßenverkehr im vergangenen Jahr. Alarmierend ist der massive Anstieg bei den getöteten Lkw-Insassen von knapp über 24 Prozent im Vergleich zu 2016. Immer wieder werden schwere Auffahrunfälle verursacht. Der Notbremsassistent muss dauerhaft in Betrieb sein und darf nicht manuell ausgeschaltet werden können.

Um knapp neun Prozent ist auch die Zahl der Getöteten auf Motorrädern und Motorrollern gestiegen. Diese Zahlen zeigen uns ganz klar, dass wir gerade für diese Zielgruppen verstärkt Maßnahmen umsetzen und entwickeln müssen, um ihre Verkehrssicherheit zu erhöhen. Als eine Maßnahme, um den Schutz für Biker und Bikerinnen zu erhöhen, empfiehlt der DVR, in Kurven verstärkt einen Unterfahrschutz zu montieren. Darüber hinaus kommt es für die Motorradfahrenden selbst darauf an, gut erkennbar und mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs zu sein.

Positiv zu bewerten ist auch die Ankündigung der Großen Koalition nach Auslaufen des aktuellen Verkehrssicherheitsprogramms im Jahr 2020 ein Anschlussprogramm aufzulegen. Dazu ist es notwendig, Länder, Kreise und Kommunen zu beteiligen. Das Programm muss ambitionierte, messbare Ziele aufstellen, gefährdungsorientiert Schwerpunkte setzen, und einen Maßnahmenkatalog mit konkret benannten Zuständigkeiten enthalten.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre,
herzlichst, Ihr

Sven Rademacher, Chefredakteur
srademacher@dvr.de

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