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Wissenschaft

 

Automatisiertes Fahren: Studie zu Übernahmesituationen
 

In der Diskussion um das automatisierte Fahren wird immer wieder diskutiert, ob Fahrerinnen und Fahrer in Übernahmesituationen in der Lage sind, kritische Fahrsituationen zu bewältigen. Eine Studie im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) am Institut für Kraftfahrzeuge an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen hat Fahrstrategien in Verbindung mit automatisiertem Fahren untersucht.

Unter anderem wurde eine Fahrsimulatorstudie durchgeführt, in der die Probanden während einer hochautomatisierten Fahrt nicht fahrbezogene Aufgaben bearbeiteten. Vor einer Kurve kam es mittels eines visuellen Symbols und Hinweistons zu einer Übernahmeaufforderung durch das System. Im Ergebnis zeigte sich, dass die Fahrenden in der Lage waren, die Beschäftigung mit der Nebenaufgabe zu reduzieren oder zu unterbrechen, sobald eine kritische Fahrsituation erkannt wurde, und sich an das Level einer nicht automatisierten Fahrt anzupassen. Dabei wurde eine Abweichung des eigenen Fahrzeugs um 0,4 bis 0,9 Meter nach links in Richtung Straßenmitte akzeptiert.

Menschen verfügen demnach über Verhaltensstrategien, um in kritischen Fahrsituationen eine sichere Fahrleistung zu garantieren.

Aus den Forschungsergebnissen lassen sich nach Ansicht der BASt Empfehlungen für das Design zukünftiger automatisierter Systeme ableiten. Da sich das Fahrverhalten des Gegenverkehrs als besonderer Einflussfaktor erwiesen habe, sollte dieser Aspekt bei der Programmierung von Kurvenfahrten unbedingt beachtet werden. Darüber hinaus scheine es ratsam zu sein, die Übernahmeaufforderung möglichst auffallend zu gestalten, eher visuell-akustisch als rein visuell.

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