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Europa

 

Verkehrssicherheit braucht gute Daten

IRTAD-Datenbank ermöglicht Informationsaustausch

Von Jacqueline Lacroix

Die Verbesserung der Qualität von Unfalldaten ist eine Voraussetzung für die Entwicklung effektiver Verkehrssicherheitsstrategien und -programmen, die zu einer Reduzierung der Anzahl der Getöteten und Verletzten führen sollen. Die IRTAD-Datenbank – International Road Traffic Accident Database der IRTAD-Group, die die datenliefernden Mitglieder und die assoziierten Mitglieder umfasst, ermöglicht den Austausch von Daten und Informationen. Der DVR ist bereits seit 1996 Mitglied von IRTAD. Der Aufbau der Datenbank begann bereits auf Initiative der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) im Jahr 1988. Die Datenbank enthält aggregierte und validierte Datensätze, die einen internationalen Vergleich zwischen 32 Ländern ermöglichen. Mit circa 70 Mitgliedern und Beobachtern aus rund 40 Ländern ist IRTAD zu einem Motor der Förderung internationaler Kooperationen zur Verbesserung der Datensammlung und -analyse geworden.

Zu den Aktivitäten von IRTAD gehören neben der Sammlung der Daten auch die zweimal jährlich stattfindenden Sitzungen der Mitglieder, die Vertreter von Ministerien, Forschungsinstituten, Verkehrssicherheitsorganisationen, Automobilclubs und Fahrzeughersteller, Versicherungen und internationale Organisationen umfassen.

Neben dem „Road Safety Annual Report“ beteiligt sich IRTAD mit Daten und Fachwissen auch an OECD-Berichten, beispielsweise zur Verbesserung der Sicherheit von motorisierten Zweiradfahrenden zur Vision Zero und dem Safe System Approach. Im Rahmen von internationalen Konferenzen können darüber hinaus Verkehrssicherheitsexpertinnen und -experten Erfahrungen und Erkenntnisse austauschen. Im Oktober dieses Jahres fand bereits die 6. IRTAD-Konferenz in Marrakesch statt. Der DVR erläuterte im Rahmen der Konferenz, wie neben den Daten aus der Unfallstatistik auch Daten aus Erhebungen für die Verkehrssicherheitsarbeit genutzt werden können: Als Beispiel hierfür diente die BMVI/DVR-Kampagne „Vorsicht Sekundenschlaf!“, bei der die Ergebnisse von Umfragen im Rahmen der Kampagne unmittelbar öffentlichkeitswirksam verwertet wurden. Diese Art der Datenverwertung ist insbesondere für die Länder von Interesse, die noch nicht über ein wirksames Unfalldatenerfassungssystem verfügen, aber dennoch eine adäquate Verkehrssicherheitsarbeit leisten wollen.

Seit 2008 ermöglicht IRTAD mit Unterstützung der Weltbank und weiteren Entwicklungsbanken sowie der FIA Foundation sogenannte Twinning-Projekte, wobei Erfahrungen zum Aufbau von nationalen Unfalldatenbanken europäischer Staaten in ausgewählte Schwellenländer transferiert werden. Aus dieser Initiative heraus gründete sich für den lateinamerikanischen Raum die „Beobachtungsstelle für Verkehrssicherheit OISEVI“. Vor dem Hintergrund, dass jährlich 1,3 Millionen Menschen im Straßenverkehr getötet und 20 bis 50 Millionen weltweit verletzt werden, unterstützt IRTAD das Ziel der Vereinten Nationen, die Anzahl der Getöteten im Rahmen des Jahrzehnts der Verkehrssicherheit bis 2020 zu halbieren.

Die Autorin ist Leiterin der Referate Europa und Verkehrsmedizin beim DVR.
jlacroix@dvr.de

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