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Editorial

 

Verkehrsüberwachung muss sein
 

Verkehrskontrollen sind häufig Auslöser kontroverser Diskussionen. Und rund um das Thema Verkehrsüberwachung fallen nicht selten Begriffe wie „Abzocke“ oder „Radarfalle“. Der durch zu hohe Geschwindigkeit ausgelöste Fotoblitz wird von vielen als Gängelung oder Schikane empfunden. Die Fachleute sind sich allerdings einig, dass flächendeckende Überwachung im Straßenverkehr sowie das konsequente Ahnden von Delikten die Sicherheit auf den Straßen deutlich erhöhen. Behördliche Anordnungen von Geschwindigkeitskontrollen haben einen gewichtigen Hintergrund, denn sie beziehen sich in der Regel auf ein früheres Unfallgeschehen.

Deshalb ist es wichtig, Akzeptanz für Überwachungsmaßnahmen, insbesondere auch Radarkontrollen, zu schaffen. Gezielte Verkehrsüberwachung ist ein wesentliches Element erfolgreicher Verkehrssicherheitsarbeit. Schließlich wird niemand, der sich an die Verkehrsregeln hält, zur Kasse gebeten. Geblitzt wird nur, wer zu schnell fährt und sich selbst und andere gefährdet.

Tatsächlich spielen bei Überwachungsmaßnahmen und der Auswahl der Standorte durch die Polizei unterschiedliche Kriterien der Unfallprävention eine Rolle. Die Häufigkeit von Blitzern ist keinesfalls immer und allein maßgeblich für die Wirksamkeit der Maßnahmen. Ein Gesamtkonzept der Überwachungsmaßnahmen wird zum Beispiel mit Blick auf Radaranlagen immer auch einen „Gewöhnungseffekt“ beziehungsweise „Überraschungseffekt“ berücksichtigen. Auch Unfallschwerpunkte, die bereits durch bauliche Maßnahmen entschärft wurden, werden gegebenenfalls zunächst weiterhin untersucht oder überwacht.

„Unangepasste Geschwindigkeit“ ist Ursache Nummer eins bei Verkehrsunfällen mit Todesfolge. Die konsequente Beachtung von Tempolimits ist daher maßgeblich für die Vermeidung schwerer Verkehrsunfälle. Es gibt kein Recht auf zu schnelles Fahren, und Geschwindigkeitskontrollen machen unsere Straßen nachweislich sicherer. Generell muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, um klar zu machen, dass Geschwindigkeitsübertretungen keine Kavaliersdelikte sind. Die Sicherheitsstrategie Vision Zero erlaubt auch bei der Verkehrsüberwachung keine Tabus.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre,
herzlichst, Ihr

Sven Rademacher, Chefredakteur
srademacher@dvr.de

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