Unfälle durch ausgefahrene Fahrbahnbankette auf Landstraßen
Beschluss des DVR-Gesamtvorstands vom 15. März 2004 auf der Basis der Empfehlung des Ausschusses für Verkehrstechnik
Deutscher Verkehrssicherheitsrat - 2004
Erläuterung
Nach Unfalluntersuchungen des ADAC ist zu vermuten, dass vermehrt defekte Bankette Unfallursache von Verkehrsunfällen sind. Die Unfallmeldungen der Polizei geben in der Regel keine Hinweise auf ein defektes Bankett, es wird lediglich ein Abkommen von der Fahrbahn registriert.
Unfallauswertungen des ADAC haben ergeben, dass viele Unfälle nach folgendem Muster ablaufen:
Kommt ein Fahrzeug mit den rechten Rädern von der befestigen Fahrbahn ab und gerät in ein ausgefahrenes Bankett, können die rechten Räder wie in Spurrillen laufen. Um wieder auf die Fahrbahn zu gelangen ist eine Überwindung der Seitenführung notwendig, die einen hohen Kraftaufwand sowie einen starken Lenkeinschlag erfordert. Dabei ist es leicht möglich, dass der Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert und verunfallt.
Nach dieser Untersuchung sind von dieser Unfallursache ausschließlich Pkw betroffen.
Viele, meist ältere Landstraßen, entsprechen in ihrem Kurvenverlauf sowie ihrer Fahrbahnbreite nicht mehr den Bedürfnissen des modernen Schwerverkehrs. Dies führt zum Abkommen von der befestigten Fahrbahn; i dabei können weiche Bankette bis zu einer Tiefe von 15 cm „ausgefräst“ werden können.
Durch fachgerechtes Verlegen von tragfähigen Baustoffen an den Straßenrändern können diese gefährdeten Bereiche sicherer gestaltet werden.
Beschluss zu Unfällen durch ausgefahrene Fahrbahnkette auf Landstraßen
Der DVR wird beim Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, bei den zuständigen Ministerien der Bundesländer sowie bei den Kommunen darauf hinwirken, dass mangelhaften Banketten als mögliche Unfallursache größere Aufmerksamkeit geschenkt und ihrer Sanierung höhere Bedeutung zugemessen wird.
Für den Gesamtvorstand:
gez.
Prof. Manfred Bandmann
Präsident

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